Argentinien ist weltweit für seinen Fleischexport bekannt. Und es stimmt, dass dort nicht nur viel, sondern auch hochwertiges Fleisch gegessen wird. Massentierhaltung war lange eher die Ausnahme – Nutztiere wurden stattdessen meist auf großen Weideflächen gehalten. Und obwohl man bei Argentinien schnell an Asado, also das traditionelle Grillen, denkt, gilt Locro als Nationalgericht.
Locro ist ein beliebter Eintopf aus Mais, Bohnen und Kürbis, oft auch mit anderem Gemüse und ja – auch Fleisch. Ursprünglich kommt er aus der Region der Nordanden, was man auch am Namen erkennt, der aus dem Quichua stammt. Heute wird er im ganzen Land gegessen, sodass es in jeder Region, fast in jedem Haushalt, eine eigene Variante vom Locro gibt. So vereint dieser Eintopf ganz Argentinien an besonderen Anlässen, vor allem im Winter, wenn die Nationalfeiertage anstehen.
Hier findet ihr ein Rezept aus Tucumán, im Nordwesten Argentiniens, wie es für unsere Vereinsaktivitäten genutzt wird:
- 250 g weißer Bruchmais (maíz trillado)
- 125 g weiße Bohnen
- 500 g Gulaschfleisch
- 200 g rote Paprika
- 75 g Speck
- 500 g Kürbis
- 250 g Süßkartoffel
- 120 g Zwiebel
- 180 g Weißkohl
- 250 g würzige Paprikawurst (chorizo colorado)
- Salz
- Pfeffer
- Oregano
- Kreuzkümmel
- Mais und weiße Bohnen in separaten Behältern waschen und getrennt voneinander über Nacht einweichen.
- Weiße Bohnen in Wasser kochen, bis sie bissfest sind, und für später beiseitestellen.
- Mais in Wasser kochen, bis er bissfest ist.
- Fleisch, Paprika grob und Speck fein würfeln und dazugeben.
- Alles kochen, bei Bedarf Wasser nachgeben und ab und zu rühren, bis das Fleisch zart ist.
- Kürbis schälen: eine Hälfte davon (250 g) kochen und pürieren, den Rest grob würfeln.
- Süßkartoffeln, Zwiebeln, und Paprikawurst grob und Weißkohl in Streifen schneiden, dann zusammen mit dem gewürfelten Kürbis und Kürbispüree in den Haupttopf geben.
- Alles kochen, bei Bedarf Wasser nachgeben und ab und zu rühren, bis das Gemüse weich ist.
- Vorgekochte Bohnen dazugeben und bei gelegentlichem Rühren weitere 20-30 Minuten kochen. Bei Bedarf Wasser nachgeben.
- Mit Salz, Pfeffer, Oregano und einem halben Teelöffel Kreuzkümmel würzen.
Sehr wichtig: Locro darf nicht zu schnell kalt und vor allem nicht in einem abgedeckten Behälter gelagert werden! Da Mais gärt, sollte man den Locro während des Abkühlens immer mal wieder umrühren. So kann die Wärme gleichmäßig entweichen. Bleibt der Kern vom Locro länger warm, während die äußeren Bereiche schon abgekühlt sind (etwa, weil der Behälter zugedeckt ist), vergärt der Mais und das ganze Gericht bekommt einen unangenehm säuerlichen Geschmack.
