A Loreto voy

Loreto ist eine der emblematischsten Städte in Santiago del Estero. Ihre Ursprünge reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, als eine Karawane mit der Statue der Jungfrau Maria unerwartet zum Stillstand kam. Dieses Ereignis wurde als Zeichen gedeutet, und an diesem Ort wurde eine Kapelle errichtet, um die Statue zu beherbergen – der erste Schritt zur Entstehung der späteren Siedlung. Später wurde Loreto zu einem wichtigen Knotenpunkt auf der Handelsroute zwischen Buenos Aires und Potosí und spielte eine Rolle in den britischen Invasionen von 1806.

Ein einschneidendes Ereignis war die Überschwemmung des Mishki Mayu im Jahr 1908, die große Teile der Stadt zerstörte und viele Bewohner zur Umsiedlung zwang. Dies markierte den Beginn des heutigen Loreto, das an einem neuen Standort entstand. Die Stadt ist heute für ihr kulturelles Erbe und ihre Traditionen bekannt – darunter der „Rosquete“, ein beliebtes regionales Gebäck.

Auch in der Musik lebt ihre Geschichte weiter: Der Dichter und Komponist Fortunato Juárez erzählt in seinem Lied El violín de Tatacu von der dramatischen Umsiedlung nach der Flut und hält so die Erinnerung an das alte Loreto lebendig.

Si voy por las Tinajas
sospechan que soy choyano
y comiendo un rosquete
me siento bien loretano
no lo puedo negar
por mi acento bien paisano

Gatito de cualquier parte

Wenn ich in Las Tinajas unterwegs bin
denken sie, dass ich aus Choya komme
Wenn ich einen Rosquete esse
halte ich mich für Loretaner
Ich kann es nicht leugnen
aufgrund meines ländlichen Akzents

Eine Chacarera, die Loreto besingt, ist A Loreto voy:

Albitapi ensillaspa
mi caballo estoy
Camino nacional yaykus
A Loreto voy

Apuranakus, mi vida,
al galope voy
Siempre mirando al naciente
y esperando el sol

Lejos lejos alcanzaba
burritos cargaos
que iban montando unas chinas,
derecho al poblao

Ancha tempranulla viday
En Loreto estoy
Porque en Pintu Mayu saapi
Ha salido el sol

Na Loreto qayllitapi
bajé a descansar
Caballuyta descansachis
volví a caminar.

Vueltaytami yuyarani
al salir de aquí
por el sueño que llevaba,
que fui sin dormir

Cerquita del Río Dulce
mi caballo rodó
y entre las ponderaciones
casi me quebró.

Bei Morgengrauen
sattle ich mein Pferd,
reite auf die Nationalstraße
und ziehe nach Loreto.

Ich eile, mein Lieber,
im Galopp reite ich,
immer nach Osten blickend,
auf die aufgehende Sonne wartend.

Weit, weit in der Ferne kam ich
an beladene Esel,
die von jungen Frauen geritten wurden,
geradewegs ins Dorf.

Ganz früh am Morgen, meine Liebe,
bin ich in Loreto,
denn über dem Pintufluss
ist die Sonne aufgegangen.

Schon ganz in der Nähe von Loreto
stieg ich ab, um mich auszuruhen.
Ich ließ mein Pferd verschnaufen
und zog weiter.

Als ich aufgebrochen bin,
fiel mir dann auf,
weil ich eben so müde war:
ich war losgezogen, ohne zu schlafen.

Ganz in der Nähe des Dulceflusses
stürzte mein Pferd.
Zwischen all den Überlegungen
fast hätte es mich gebrochen.

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